Alles neu – so neu wie die Elbphilharmonie, die dieser Tage eröffnet wird, oder das Jahr 2017. Auch Gott hat zum Thema Neuheiten etwas zu sagen:

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“   (Ezechiel 36,26)

Wie so viele Jahre vor ihm hat auch 2017 einen ganz besonderen Bibelvers, der über allen Tagen stehen soll, die so genannte „Jahreslosung“. Der für dieses Jahr stammt von dem alttestamentlichen Propheten Ezechiel (auch und vielleicht besser bekannt als Hesekiel). Dort verspricht Gott, ein neues Herz und einen neuen Geist zu verschenken. Zwei Fragen kommen mir da in den Sinn:

  1. Braucht man das? Und
  2. will man das haben?

Bei einem neuen Smartphone als Geschenk (von wegen zehn Jahre Apfel-Telefon) bejahten die meisten vermutlich beide Fragen; ein paar Wenige verneinten zwar die erste, sagten aber trotzdem nicht nein zur zweiten. Wat nix kost’, dat is auch nix, weiß ein plattdeutsches Sprichwort. Trotzdem: Umsonst wird gerne genommen. Vermutlich besonders gerne von uns Studenten, Geld ist ja nicht unbedingt in Dagobert Duck’schen Mengen vorhanden. Aber ein neues Herz? Einen neuen Geist? Was soll das überhaupt sein? Und wie soll das gehen?

Allzu wörtlich sollte man diesen Vers wohl nicht nehmen, Organtransplantationen waren zu biblischen Zeiten – vorsichtig formuliert – noch nicht weit verbreitet … 😉 Also muss eine symbolische Deutung her, und da scheint mir die folgende passend zu sein: Es geht um Erneuerung, vollständige Erneuerung. Das Herz steht für Fühlen, Wollen, Verstehen. Der Geist steht vor allem fürs Denken. Das beides will Gott erneuern. Mit anderen Worten: Ein neues Denken und Fühlen. Von Gott her.

Ist denn das eigene so schlecht, so unbrauchbar? Ich glaube, dass musst du selber wissen. Wenn du in dich hineinsiehst (natürlich ebenfalls symbolisch), was siehst du dann? Blühendes Leben, voller Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Positivismus? Ohne die klitzekleinste Dunkelheit? Man soll zwar nicht immer von sich auf andere schließen, aber eine vollständige Bejahung der beiden Fragen nähme ich dir nicht ab. Gott schenkt Erneuerung. Das heißt nicht, dass du ab sofort verklärt durch die Welt läufst, die sprichwörtliche rosarote Brille auf der Nase. Erneuerung heißt hier, so meine ich, die eigene Negativität ersetzt zu bekommen durch Gottes gute Gedanken (über die findet man in der Bibel auch ganz schön viel, guck mal hier). Das ist doch etwas, das man gerne nimmt – vielleicht sogar noch lieber als ein neues Mobilfunkgerät. 😉 Und ein verändertes Selbst hat, da bin ich mir sehr sicher, auch Ausstrahlung auf unsere Mitmenschen.